Velomobilität
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Apfelsaftrad mit Informationsgehalt

Seit Herbst 2013 ist in Magdeburg das Apfelsaftrad unterwegs. Das Lastenrad wurde angeschafft vom Streuobstwiesenprojekt der KEB in Kooperation mit dem Vitopia Projekt. Das Apfelsaftrad Durch das Lastenrad soll ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden durch möglichst umweltfreundliche Transporte. Jedes Jahr ernten Freiwillige und Schüler im Spätsommer die Äpfel auf der Streuobstwiese in Magdeburg-Sudenburg und bringen sie zur Mosterei. Hierbei fallen einige Wegstrecken an, die teilweise mit dem Auto zurückgelegt werden. Das Apfelsaftrad, - ein Pedelec mit Elektroantrieb - steht für diesen Transportbedarf zur Verfügung, das Rad wurde gefördert durch das Bonifatiuswerk und die Stiftung Umwelt-, Natur und Klimaschutz (SUNK). Darüber hinaus nutzt das Vitopia Projekt und der Verein Kultopia e.V. das Lastenrad und stand beratend zur Seite bei der Anschaffung des Fahrrads.

Energieverbrauch des e-Lastenrads im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln

Das Fahrrad hat die Aufschrift "Ich brauche einen Liter Apfelsaft pro 100 km". Dabei ist nicht gemeint, dass hier eine weitere Variante des Biosprits erfunden wurde, sondern dass der Fahrer nach einer solchen Distanz sicher Durst hat und eine Erfrischung braucht. Von der Energiebilanz her braucht das Fahrrad für 100 km ca. 1 kWh Strom. Ein Elektroauto benötigt für diese Distanz ca. 15 kWh, das entspricht etwa dem Energiebedarf der Bahn im Fernverkehr (20 kWh pro Passagier pro 100 Kilometer). Bei der Klimaverträglichkeit von Elektroauto und Bahn kommt es entscheidend darauf an, wie der dabei verbrauchte Strom gewonnen wurde. Laut Umweltbundesamt verursacht eine Kilowattstunde Energie in Deutschland ca. 500 gramm CO2, wird dagegen ökologisch erzeugter Strom genutzt fallen nur 10 % der Emissionen an, d.h. maximal 50 gramm CO2. Ein Auto mit einem normalen Verbrennungsmotor braucht ca. 4,5 bis 8 Liter Benzin oder Diesel pro 100 km. Dieser entspricht in Energieeinheiten ca. 10 kWh pro Liter Benzin und zusätzlich 2 kWh pro Liter für Verarbeitung, Förderung und den Transport. Insgesamt benötigt ein Auto in Energieeinheiten dann 60 kWh/ 100 km. Dies verursacht eine CO2 Belastung der Atmosphäre von ca. 10 kg CO2 fr diese Wegstrecke.

Lastenräder und Elektroantrieb

Katalog der Nutzrad- Internetseite Es gibt eine ausserordentlich große Vielfalt an Lastenrädern. Eine Übersicht über die verschiedenen Bautypen und Fabrikate gibt es auf der Internetseite nutzrad.de. Alle Fahrradtypen können mit einem Elektroantrieb ausgestattet werden. In Form eines Pedelecs setzt die Motorunterstützung dann ein, wenn die Pedale bewegt werden. Das Fahrrad braucht dafür keine besondere Zulassung oder ein Kennzeichen, wenn die Leistung des Elektromotors nicht höher ist als 250 Watt und die durch Motorleistung unterstützte Geschwindigkeit maximal 25 km pro Stunde ist. 250 Watt ist ungefähr das eineinhalbfache der Leistung, die ein trainierter Alltagsradler dauerhaft leisten kann. Ein Pedelec mit 250 Watt Motorleistung benötigt für eine Strecke von 100 km zwischen 0,7 und 1,4 kWh Strom. Für diese Strecke entstehen entsprechend Stromkosten zwischen 14 und 28 cent.

Umweltauswirkungen der CO2-Emissionen und internationales Vorgehen

Die hohen CO2-Emissionen und der intensive Ressourcenverbrauch der Menschen führt die Erde aktuell bis an ihre Kapazitätsgrenze. Die intensive Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas bewirkt einen Anstieg des CO2-Gehalts in der Erdatmosphäre und führt damit zu einer Veränderung der klimatischen Bedingungen auf der Erde. Eine prognostizierte durchschnittliche Erderwärmung von 2 bis 4 Grad Celsius in diesem Jahrhundert wird deutliche Auswirkungen auf das Leben der Pflanzen, Tiere und Menschen haben. Internationale Klimakonferenzen zeigten bisher wenig Erfolg in Richtung der Festlegung verbindlicher Ziele zur Reduktion der globalen CO2 Emissionen. Zudem berücksichtigt die Berechnung der Treibhausgasemissionen bisher nicht den weltweiten Handel mit Waren. Produktionsbedingte Verschmutzungen müssten konsequenterweise nicht im Erzeugerland, sondern im Verbraucherland auf die CO2-Bilanz angerechnet werden. Wird diese Verlagerung der CO2-Emissionen aus den europäischen Industrienationen zum Beispiel nach China mit eingerechnet, dann fand in den letzten Jahren in Europa einen Anstieg der CO2-Emissionen um +7% statt. Umso wichtiger ist es aufzuzeigen wie mit vielen kleinen Schritten ein möglichen Beitrag zur CO2-Reduktion geleistet werden kann.

Wo fallen die größten CO2-Emissionen an?

Der Bereich Energiewirtschaft verursacht 50% der deutschlandweiten CO2-Emissionen. Daher ist die "Energiewende" ein ganz zentrales Thema, allerdings können die Verbraucher schon jetzt eine komplett CO2-neutral Stromversorgung wählen. Der Anteil an ökologisch erzeugtem Strom aus den Quellen Wind, Wasser oder Sonne lag im Jahr 2013 bei 25 %. Der Versorgungsgrad mit Ökostrom nach Haushaltsanschlüssen hat sich im Jahr 2012 verdoppelt von 10 auf 20 Prozent. Erhöht sich dieser Anteil nochmals deutlich ist das ein wichtiges Zeichen der Verbraucher fÜr die Notwendigkeit des Ausbaus von regenerativen Energien. Im Bereich Verkehr sind die Zusammenhänge komplexer und abhängiger von politischen Entscheidungen. Trotzdem findet auch in diesem Bereich eine Wandlung statt, vor allem in der jungen Generation. Der Besitz eines Autos hat Umfragen zufolge für Menschen zwischen 20 und 30 Jahre einen weit geringeren Stellenwert als noch vor einigen Jahren. Modelle des Car-Sharings verbreiten sich, sowohl im professionellen als auch im privaten Bereich. Trotz des erklärten politischen Ziels und der damit einhergehenden Förderung sind aktuell nur 13.000 Elektroautos auf Deutschlands Strassen unterwegs - von 41 Mio. Autos insgesamt. Dabei ist das Ziel bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf dem Strassen zu haben schon heute erreicht. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Elektroautos sondern um Fahrräder mit Elektroantrieb. Bei 72 Mio. Fahrrädern gibt es schon 1,5 Mio. Pedelecs in Deutschland. Durch die Verbreitung der Pedelecs vergrößern sich die Streckenlängen auf denen sich Alltagsradler bewegen können. Zudem wird das Radfahren dadurch zunehmend auch in bergigen Regionen attraktiv. Die Kapazität der normalen Akkus reicht ausgedrückt in Wegstrecke je nach Akkugröße für 30 bis 70 km.

Der besondere Informationsgehalt

Wer noch mehr Interesse an den vielfältigen Möglichkeiten klimaschonender Mobilität und besonders an den Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern hat, der kann sich an die KEB wenden. Für Gruppen ab 10 Erwachsenen kann eine zweistündige Veranstaltung kostenfrei angefragt werden.
Kontakt zur KEB: info@keb-sachsen-anhalt.de Telefon: 0391 - 6208641
Referent: joris.spindler@vitopia.de Telefon: 01570 - 3343096
Weitere Informationen
http://streuobstwiesen-keb-md.webnode.com